Fortsetzung: Was ist eine gute Internetseite?

Die Grundsätze der Rhetorik auf Homepages zu suchen, bzw. sie darauf anzuwenden, fällt verständlicherweise schwer, da die Intention eines Internetauftrittes eines großen Unternehmens auf den ersten Blick sehr wenig mit der Intention einer Rede aus der Antike nach Plato oder Aristoteles gemeinsam hat. ...

Wir haben uns daraufhin die Grundsätze der Rhetorik der Antike noch einmal angeschaut und sie daraufhin untersucht, welche davon auf Internetseiten und somit auch auf die dortige Kommunikation zu übertragen sind.

Unter diesem Aspekt lautet die Grundfrage bei der Betrachtung der Websites:
Wie oder wer oder was stellt sich im Netz mit Hilfe welcher sprachlichen/kommunikativen Mittel dar?

Wir haben daraufhin selber versucht, nach den Gliederungen zur Rhetorik aus der Antike eine kleine Gliederung zur Rhetorik im Internet zu formulieren:

Erkenntnis des Themas

  • Was möchte das Unternehmen auf der Seite darstellen?
  • Wer soll sich auf dieser Seite einfinden?
  • Warum sollen sich User diese Seite anschauen?
  • Was erwarten die User von dieser Seite?
  • Welchen Erwartungen möchte und kann das Unternehmen gerecht werden?
=> Frage nach der Zielgruppe

Themengliederung
  • Wie gestaltet das Unternehmen je nach Zielgruppe und Interesse seine Seite?
  • Wie gliedert ein Unternehmen sie? (Themenhierarchie)
  • Wie leite ich den User durch die Seiten? (Links)
=> abhängig von Interessen der Zielgruppe und des Unternehmens

Stilistisch- rhetorisch aufgebaute Sprachrichtigkeit/ Inhalt und Zweck der Sprache
  • Wie spricht das Unternehmen seine Zielgruppe, in dem Fall seine User direkt an? (direkte Anrede mit "Sie" oder "Du" oder nur allgemeine Informationsdarstellung)
  • Bezieht das Unternehmen den User mit ein? (durch direkten email- Kontakt, Spiele, Möglichkeiten der Meinungsäußerung, Wetter- oder Tarifabfragemöglichkeiten)
(Autoren: Eva Schwarz, Sina Krüger; Freie Universität Berlin; Rhetorik im Internet; WS 00/01)