Fortsetzung: IRC

Die Beteiligten reden sich mit Spitznamen (Nicknames) an und die Sprache ist mit Akronymen (LOL: laughing out loud), Aktionswörtern (*froi*) und Emoticons (Smileys) nur so durchzogen. Am Bildschirm erscheint ein zweigeteiltes Fenster.
In den einen Teil werden wie von Geisterhand allerlei ganze und halbe Sätze, Kommentare und solche Dinge wie Emoticons hineingeschrieben. Das sind Beiträge von Teilnehmern, die gerade an der gleichen Stelle online sind.
Im anderen Fenster können Sie selbst etwas eintippen. Auf diese Weise können Sie an der Unterhaltung teilnehmen.
Mittlerweile gibt es auch grafische Oberflächen, bei denen sich jeder Chat- Teilnehmer eine Figur aussucht, die dann als Teilnehmer in einer Szenerie erscheint.

Kaum jemand erscheint dort mit seinem wahren Namen, und nicht wenige geben sich als etwas ganz anderes aus, als sie wirklich sind. Männer spielen Frau, um herauszufinden, wie es ist, als Frau von einem Mann angemacht zu werden. Erwachsene spielen Jugendliche, um sich mal wieder richtig pubertär benehmen zu dürfen. Hin und wieder kommen interessante Gespräche zustande, aber “oft haben die Chat- Beiträge auch das Niveau von Kindergestammel”.

IRC ist einer der Internet-Dienste, die teuer werden können. Denn während der ganzen Teilnahmedauer muß man online sein, und viele merken beim Quatschen nicht, wie die Zeit vergeht (das ist nicht anders als im "real life"). Es gibt nur wenige, die eine ganze Nacht lang im WWW surfen, aber viele, die eine ganze Nacht lang chatten. Viele der hochgradig Internet- Süchtigen treiben sich vor allem in den Chat- Bereichen herum.
(Autor: Ralf Fischer; Freie Universität Berlin; Das Internet und seine Internetdienste; WS 00/01)