Fortsetzung: Clines Regeln

Neben der reinen Aufzählung dieser Regeln geht Cline vor allem auf die verschiedenen Aspekte der Internetkommunikation ein, die seiner Meinung nach besonders nachhaltigen Einfluss auf die Verhaltensweisen der Akteure haben.

Verteufeln
Anhand verschiedener Beispiele zeigt Cline auf, wie häufig Akteure dazu neigen, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Daraus resultieren häufig überheftige Reaktionen.
Aufgrund bestimmter Reizwörter oder Anhaltspunkte gliedert man eine Äusserung in eine bestimmte Kategorie ein, zu der bereits eine vorgefasste Meinung besteht. Anstatt nun die Aussage vorurteilsfrei zu prüfen, wird sie ggf. als "feindlich" eingestuft und heftig kritisiert.

Um solch voreilige Reaktionen zu unterdrücken rät Cline, sich der Neigung zum "Verteufeln" möglichst ständig bewusst zu sein und die eigenen Reaktionen ebenso wie fremde Äusserungen dahingehend zu prüfen. Dies spiegelt sich besonders in Regel 2 wieder: warte mit Deinen Antworten!

Sprachbenutzung
Ein wesentlicher Bestandteil der spezifischen Cyberhetoric ist die Herausbildung neuer Sprach- und Ausdrucksformen. Er führt hier (die unter "Nützliches" näher beschriebenen) Emoticons und Akronyme an.
Das Beherrschen zumindest einiger dieser Grundformen gehört für Cline ebenso zur Cyberhetoric wie andere Stilformen zur klassischen Rhetorik. Wie diese dienen sie dazu, eine Verbindung mit dem Rezipienten zu schaffen. Gemäss der Geschwindigkeit und Distanz des Mediums kann dies jedoch nicht über eine ausgefeilte Grammatik , geübte Mimik und Gestik funktionieren sondern bedarf dieser eigenen Formen.


Irrealität
Viele Internetnutzer sehen das Internet und den Cyberspace nicht als real an. Cline hingegen plädiert deutlich dafür, sich jederzeit bewusst darüber zu sein, dass alles, was man im Internet von sich gibt, sehr wohl einen realen Wert hat. Nach Cline sollte man sich auch im Internet jederzeit darüber bewusst sein, das jede Äusserung auch von anderen wahrgenommen, interpretiert und reflektiert wird. Daher apelliert Cline an das Verabtwortungsbewusstsein jedes Einzelnen, seine Worte und Aktionen im Netz als real zu betrachten und entsprechend zu wählen.

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