Fortsetzung: Secondary Orality

Durch die Verwendung immer besserer Technologien zur Übertragung von Kommunikationsakten, ergeben sich neue Gesichtspunkte. Die Menge an abrufbarer Information wächst beständig, die benötigte Zeit diese abzurufen wird kürzer. Muss man noch persönlich anwesend sein, um Telegramme in Empfang zu nehmen, so lässt sich eine Elektronische Mail von fast jedem Ort der Welt abrufen, sobald man einen Computer/Laptop und eine Telefonverbindung hat.

Das Internet nimmt unter den elektronischen Medien einen besonderen Platz ein, da es verschiedene Formen und Möglichkeiten der Kommunikation verbindet:

  • Es ist möglich, Informationen dauerhaft abrufbar zu machen, Informationen weltweit gezielt zu suchen oder ganze Bücher elektronisch zu hinterlegen. Hier übernimmt das Internet praktisch die Funktion von Büchereien und Zeitschriften. Durch die kurze Bearbeitungszeit ist allerdings eine weitaus höhere Aktualität erreichbar.
  • Unternehmen, Gruppen und Privatpersonen können sich im Internet präsentieren. In diesem Sinne ergänzt das Internet die Eigendarstellung und erleichtert das "Gefunden werden". Sie haben darüber hinaus die Möglichkeit, durch Kontaktadressen Fragebereiche und Ähnliches, eine teilweise Interaktion mit den Besuchern ihrer Seite herzustellen.
    Dies bietet besonders für Unternehmen neue Perspektiven in Ihrer Kundenansprache.
  • Durch elektronische Datentransfere ist auch die Abwicklung ganzer Geschäftsvorgänge via Internet möglich. Dies wird besonders im Bankbereich (Homebanking, Firmenfinanzportale, etc.) und dem sogenannten e-commerce genutzt.
  • Mit dem Austausch elektronischer Mails kan der gewöhnliche Briefverkehr fast vollständig ersetzt werden. Dabei bietet die räumliche Unabhängigkeit (s.o.) und die erhöhte Geschwindigkeit einen deutlichen Vorteil.
  • In Chatrooms, etc. findet ein interaktiver Austausch in Echtzeit statt. Dies ist (mit einigen Einschränkungen) fast mit einem persönlichen Gespräch zu vergleichen.
  • Eine Steigerung erfährt dies noch im sogenannten Cyberspace, einem virtuellen Raum, der nicht nur verbale Kommunikation, sondern ganze Handlungsstränge ermöglicht. Die Möglichkeiten und Auswirkungen, die dies in Bezug auf Kommunikationsstrukturen und -vorgänge hat, sind bei Weitem noch nicht hinreichend erforscht.
Aus dieser Vielschichtigkeit der Kommunikationsmöglichkeiten durch neue Medien ergeben sich eine Reihe Veränderungen in den zu Grunde liegenden Prozessen. Auf der einen Seite öffnen sich vielfältige Möglichkeiten zu schnellerer Interaktion, andererseits resultieren aus dem fehlenden persönlichen Kontakt auch Einschränkungen. Die nonverbale Kommunikation wird auf ein Minimum reduziert.
Um dieses Manko auszugleichen, haben sich bereits einige internetspezifische Formen herausgebildet, die den Transport von normalerweise über nonverbale Kommunikation vermittelten Inhalten, wie Gefühlen, Gesten, etc., übernehmen.

Durch diese Entwicklung nähert sich die Kommunikation wieder vermehrt den Eigenschaften mündlicher Kommunikation an...